Gut gefüllt war das Altdorfer Brauhaus beim Wahlkampfauftakt der SPD. Unter dem Titel „Kultur im Wahlkampf“ präsentierte Bürgermeisterkandidat Martin Tabor lokale Musikgrößen und versprach sich für die Belange von örtlichen Künstlern einzusetzen.

Mit launigen Texten und swingenden Rhythmen eröffneten „Die Nachbarn“ rund um Stadtratskandidat Fritz Schumacher den Abend, bevor Martin Tabor das Publikum begrüßte und auf die Bedeutung von Kultur und Ehrenamt in einer Kommune hinwies: Kultur ist vielseitig, spannend und muss nicht elitär sein. Der Auftritt einer Schülerband, die Lesung eines Mundartdichters im Café, das Konzert der Musikschule, die Ausstellung einer Töpferin, eines Holzschnitzers oder Fotografen: Solche Veranstaltungen machen das Leben in einer Stadt interessant und lebenswert. Sicher gehört es auch zum Reiz des Kulturangebots einer Kleinstadt, wenn an interessanten Orten und in versteckten Nischen etwas geboten wird. Dennoch brauchen Kultur und Kulturschaffende Räume, in die auch Zuschauer eingeladen werden können, Räume zum Proben, zum Lagern von Equipment und vor allem Räume, die nur für Kultur da sind, wie es etwa die Ehrenamtlichen vom Brauhaus e.V. ermöglichen. „Kultur braucht eine Heimat!“, so fasste es Tabor zusammen und versprach der Kultur in Altdorf – auch im übertragenen Sinne – mehr Raum zu geben.

Danach übernahmen die Woody Pops die Bühne. Jörg Szameitat (ebenfalls auf der Stadtratsliste der Sozialdemokraten) und seine Bandkollegen traten als die weltbeste, wenn nicht einzige, Giftwood-Cover-Band auf und sorgten mit neu-arrangierten, aber keineswegs abgespeckten Songs der Altdorfer Folk-Rock-Combo für Stimmung.

„Bobmuddy“ (Szameitat im Duo mit Bernd Fischer) ließen anschließend ruhigere oder zumindest nachdenklichere Töne in bester Liedermachermanier erklingen. Den Abschluss des musikalischen Reigens bildete schließlich „Another Acoustic Project“, die an diesem Abend ihren ersten Auftritt absolvierten. Gesanglich unterstützt von Stefan Angele und Martin Tabors Frau „Mimi“ bot das Duo eingängige Coverversionen aktueller Hits und zeitloser Klassiker, die für eine volle Tanzfläche sorgten.

Bevor das von dem Format durchweg begeisterte Publikum den Heimweg antrat oder sich noch an die Bar gesellte, beschloss als „Special Guest“ Kreistagskandidatin und Kabarettistin Andrea Lipka den Abend noch mit einem Kurzauftritt als Putzfrau Elfriede Rumpler und einem persönlichen Plädoyer für mehr Mut, sich einzumischen und mitzugestalten. Niemand ist zu klein, etwas zu bewirken, so ihr Fazit, „wer das glaubt, hat noch nie eine Nacht mit einem Moskito im Zimmer verbracht.“