MARTIN TABOR
Martin Tabor

Am 15. März 2020 finden die Kommunalwahlen in ganz Bayern statt. Neben den Gemeinde-, Stadt- und Kreisräten, wählen die meisten Kommunen auch einen Landrat und für sechs Jahre einen neuen Bürgermeister. Der SPD-Ortsverein trat auch mich zu und fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, als Bürgermeister zu kandidieren. Mit großer Freude habe ich zugesagt und freue mich über die Nominierung zum Bürgermeisterkandidaten. Altdorf ist eine außergewöhnlich schöne Stadt mit vielfältigen und wunderschönen Dörfern.

Unser Alleinstellungsmerkmal ist das verbindliche, gesellige und intensive Miteinander. Man kennt sich durch die Nachbarschaft, die Stammtische, über Vereine, die Kirche, zahlreiche Feste, die Kirchweih und durch viele andere Gruppierungen. Jeder kann sich einbringen, muss es aber nicht. Das macht das Leben kurzweilig, spannend und lebenswert. Dadurch herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. Diese gilt es zu bewahren und zu pflegen, denn viele spüren deutlich, dass sich ihr Leben beschleunigt hat. Es wird immer schwieriger, sich gemeinsam zu treffen oder seine Zeit für ein Ehrenamt zu einzubringen.

Als Bürgermeister möchte umsetzen, dass wir uns dieses Miteinander bewahren können. Hierbei könnte die Stadt vielfältig Unterstützung leisten. Dies würde nicht nur die nötige Wertschätzung an die Leistungsträger/innen im Ehrenamt widerspiegeln, sondern auch verhindern, dass man immer wieder wie ein Bittsteller behandelt wird.

Das Thema des fehlenden und bezahlbaren Wohnraums könnte dabei diesen gemeinsamen Frieden gefährden. Es ist für Eltern und Freunde frustrierend, wenn junge Menschen aus unserer Mitte, die bereits in der Gemeinschaft gut integriert sind, nach der Ausbildung oder dem Studium in Ihrer Heimatstadt eine Familie gründen wollen, aber keinen passenden Wohnraum finden. Dies gilt ebenso für ältere Menschen, die vielleicht eine kleinere und barrierefreie Unterkunft benötigen und sie in Altdorf nicht finden. Dabei ist es natürlich schwierig, den ökologischen sowie den sozialen Ansprüchen unserer Zeit gerecht zu werden. Einerseits beklagen wir den Flächenfraß und sehnen uns nach einem behutsamen Umgang mit unserer Umwelt, aber andererseits sehen wir den sozialen Frieden gefährdet, da es an bezahlbaren Wohnraum fehlt. Ein Dilemma. Für mich kann ein absoluter Baustopp ebenso wenig die richtige Lösung sein, wie die endlose Ausweisung von Bauland.

Die Stadt Altdorf muss sich weiterhin gezielt entwickeln können. Schon seit Jahren verfolgen wir in Altdorf dabei das Dogma „innen vor außen“ und fühlen uns diesem weiterhin verpflichtet. Baulücken im Innenbereich müssen aktiviert und noch intensiver genutzt werden. Dabei müssen die eigenen Bebauungspläne überarbeitet werden. Wer eine höhere Verdichtung will, der muss sie dann aber auch zulassen. Dies bedeutet in erster Linie, dass Grundstücke zukünftig stärker überbaut werden dürfen.

Im Außenbereich spielt für mich das Baugebot eine wichtige Rolle. Die Stadt Altdorf bekommt in ihrem Flächennutzungsplan vom Landratsamt nicht beliebig viel Bauland genehmigt. Es kann in diesem Zusammenhang nicht sein, dass Eigentümer ihre Grundstücke im Außenbereich zwar gerne als Bauland ausweisen lassen, um eine zigfache Wertsteigerung zu erfahren, diese dann aber letztlich keiner Bebauung zuführen und somit den nötigen Wohnraum blockieren. Wer sein Grundstück zukünftig in einem neuen Baugebiet haben möchte, dem muss klar sein, dass es dann in einer bestimmten Frist bebaut werden muss, sonst wird das Grundstück entweder wieder herausgenommen oder muss zu einem festgeschriebenen und fairen Preis an die Stadt Altdorf verkauft werden. Der Altdorfer Norden wird dabei wohl für längere Zeit das letzte große Baugebiet im Stadtgebiet werden.

Es gilt zu bedenken, dass mit steigender Einwohnerzahl der Druck auf die städtische Infrastruktur zunimmt. Das ist zum Teil mit hohen Kosten verbunden. Die Grundschule Altdorf stößt schon jetzt mit ihren Schülerzahlen an ihre Grenzen und ist fast die größte Grundschule im Nürnberger Land. Das Gleiche gilt für Krippen- und Kindergartenplätze, für die Mittagsbetreuung an der Schule und für die Hortangebote.

In den nächsten 10 Jahren wird sich die Stadt Altdorf um bis zu 1000 Personen vergrößern. Wie steht es dann mit der ärztlichen Versorgung vor Ort, wenn heute schon Arztpraxen aufgrund von Überlastung neue Patienten ablehnen müssen oder Patienten manchmal hohe Wartezeiten in Kauf nehmen müssen bis sie einen Termin bekommen? Was bedeutet das für unseren innerstädtischen Verkehr an den neuralgischen Stellen? Sicherlich lässt sich dies Alles gut in den Griff bekommen, bietet Chancen und hat auch positive Effekte, wie beispielsweise für den Einzelhandel, die Chancen für den Verbleib unseres Krankenhauses, die Entwicklung unserer Schulen oder für die Gastronomie und die dringend benötigte bessere Anbindung mit   Breitbandanschlüssen, aber die Weichen müssen rechtzeitig gestellt werden.
Im Sinne unserer Kinder darf dabei der Klimaschutz nicht mehr aus den Augen verloren werden. Im Gegenteil. Die verkehrsgünstige Anbindung über die A6, die A3 sowie die S-Bahn sorgt dafür, dass Altdorf auch für Unternehmen attraktiv ist. Im neuen Flächennutzungsplan sind für die Ansiedlung von Unternehmen ausreichend Flächen vorgesehen. Ansässige Unternehmen sind für den Haushalt der Stadt Altdorf wichtig. Sie kreieren Gewerbesteuer, bieten nahe Arbeitsplätze, sind für eine gesunde Stadtentwicklung wichtig und müssen unterstützt werden.

Gleichzeitig werden die S-Bahn-Strecke, die A6 und die A3 immer mehr zur gesundheitlichen Belastung. Der Verkehr nimmt stetig zu und damit  einhergehend auch die Emissionen an Lärm und Abgasen. Fast jeder im Stadtgebiet und in den Dörfern ist davon betroffen – vor allem nachts. Das  Thema Lärmsanierung muss dauerhaft auf die Agenda des zukünftigen Bürgermeisters und des Stadtrats. Die Stadt hat zwar ihr förmliches Einvernehmen zum Lärmaktionsplan der Regierung von Mittelfranken erteilt, aber parallel dazu sollte an eigenen Lösungen gearbeitet werden, damit  im Zweifelsfalle schnell reagiert werden kann, denn der Emissionsschutz an den Autobahnen ist so nicht ausreichend.

Die Stadt Altdorf benötigt in meinen Augen einen klaren Wechsel. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Altdorf zukünftig klar nachvollziehen können, was und wann vom Stadtrat entschieden wurde. Dazu gehört es, dass entsprechende Unterlagen leicht zugänglich sind. Zu einer echten Transparenz gehört, dass Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, bereits im Vorfeld von Maßnahmen und wichtigen  Entscheidungen ausreichend Informationen an die Hand bekommen, um sich selbst ein Bild machen und gegebenenfalls auch noch reagieren zu können.

Sie sehen, dass das Handlungsfeld eines künftigen Bürgermeisters sehr weit und vor allem verantwortungsvoll ist. Dabei habe ich nur einen Bruchteil  an Themen angeschnitten. Die SPD Altdorf wird ihre Stadtrats-Kandidatinnen und –kandidaten im Oktober nominieren. Danach werden wir Ihnen unser Wahlprogramm und die dazugehörigen Personen vorstellen und versuchen, es Ihnen möglichst schwer zu machen uns Ihre Wählerstimme im März 2020 nicht zu geben. Bis dahin finden sie noch mehr Informationen zu meinen Plänen und Ideen unter www.martin-tabor.de.

Sie werden mich oder meine Meinung in den nächsten Monaten sicherlich noch häufiger auf verschiedenen Veranstaltungen, Infoständen, Wahlveranstaltungen, in der Zeitung, an Stammtischen, in weiteren Lupen oder in den sozialen Medien antreffen. Lassen Sie uns darüber sprechen. Ich freue mich auf konstruktive Gespräche. Ich wünsche mir einen sauberen Wahlkampf, in dessen Mittelpunkt das harte Ringen um Inhalte steht und nicht die Diskreditierung der Mitbewerber/innen.
Schon jetzt bitte ich Sie um Ihr Vertrauen und damit um Ihre Stimme bei der Bürgermeisterwahl im März 2020.

Ihr Martin Tabor